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Landschaft & Holzbau

Landschaft & Holzbau

Landschaft & Holzbau

Im Gegensatz zum dicht besiedelten, industriell und kommerziell geprägten Rheintal mit weitgehend vorstädtischer Struktur hat Landschaft, Natur und bäuerlich-handwerkliche Kultur im Bregenzerwald größeres Gewicht

Landschaft & Holzbau

Heute noch prägen die traditionellen Bregenzerwälder Holzhäuser das Erscheinungsbild der Dörfer. Zwar hat sich durch den Wandel der Wirtschaftsstruktur die Bedeutung der Häuser als Wohn- und Wirtschaftsgebäude verringert, doch bleiben die grundlegenden Strukturen durch Modernisierungen erhalten und werden auch in Neubauten immer wieder als Inspiration herangezogen.

Die Fassade des Bregenzerwaldhauses ist ursprünglich unverkleidet und lediglich mit einem Schutzanstrich versehen. Erst seit dem 19. Jahrhundert werden die Häuser mit Holzschindeln versehen. Der Wohntrakt ist über einem Fundamentbau errichtet, der als Keller genutzt wird. Das Bregenzerwälderhaus weist ein Hochparterre, ein Obergeschoss, jüngere Typen auch ein Dachgeschoss auf. Der Wohntrakt im Hochparterre war ursprünglich als „Flurküchenhaus“ ausgestaltet. Der in Hausmitte gelegene Flur des Hauses diente zugleich als Küche und Erschließungsfläche für Stube und Schlafzimmer („Gaden“). Die Besonderheit des Wohntraktes ist der erwähnte „Schopf“, ein verandaartiger Vorbau mit klappbaren Läden, der sich über die gesamte sonnseitige Traufseite des Wohntraktes erstreckt. Auf der sonnenabgewandten Seite findet sich der Schopf in geschlossener Bauweise wieder und wird so als „Kammer“ oder als „Stüble“ in den Baukörper integriert. Der Schopf dient in der warmen Jahreszeit als Ess- und Aufenthaltsraum, als geschützter Platz für Zier- und Nutzpflanzen und als Hauswirtschaftsraum. Im Winter leistete der „Schopf“ mit heruntergeklappten Läden einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Wärmehaushalts des Bregenzerwälderhauses. Im Obergeschoss des Wohntraktes finden sich meist zwei Kammern, die als Schlafstätten dienen. Die Fortsetzung 0der beiden „Schöpfe“ im Obergeschoss („Oberschopf“, „Schlupf“) werden als Abstellräume genutzt. Über dem Wohn- und Wirtschaftstrakt trennenden „Hof“ liegt im Obergeschoss der sonnenzugewandten Traufseite das „Sälestüble“, das in seiner ursprünglichen Form den Großeltern diente, oft aber auch als Gästezimmer oder als Werkstatt Verwendung findet. Im Obergeschoss des Wirtschaftstraktes befinden sich Bereiche zur Lagerung von Heu („Heudiele“) und landwirtschaftlichen Geräten. Im Wirtschaftstrakt findet sich im Erdgeschoss der Stall, und daran angrenzend die als Verkehrszone genutzten „Tenne“, Der „Hof“, welche zweiseitig, aber heute meist nur noch einseitig zugänglich sind.

Solche Reinformen eines Bregenzerwälderhauses sind schwer zu finden und weisen bei den verschiedenen traditionellen Häusern auch Variationen auf. Bei gemütlichen Spaziergängen durch die verschiedenen Ortsteile der Gemeinden lassen sich aber immer wieder Schmuckstücke der alten Bregenzerwälder Baukunst finden, die durch Renovierungen auch neu interpretiert wurden und dennoch die Tradition erhalten konnten.

 

Moderne Architektur

Neben den traditionellen Häusern entwickelte sich in den letzten Jahren auch ein Trend zu modernem Holzbau, der sich immer wieder von der Tradition inspirieren lässt. Im Bregenzerwald befinden sich viele holzverarbeitende Betriebe und die Architektur ist weit über die Grenzen hinaus bekannt und vielfach ausgezeichnet. Mit dem Vorarlberger Holzbaupreis ausgezeichnete Gebäude sind etwa:

  • Kindergarten Bizau
  • Metzgerstüble, Mellau
  • Haus Haller (Tempel 72), Mellau
  • Sonne Lifestyle Resort, Mellau

Weitere Beispiele für diese moderne Holzbauweise findet man im gesamten Bregenzerwald – mit dem Projekt Umgang Bregenzerwald kann bei geführten Rundgängen in 12 Dörfern Architektur erlebt werden – Infos unter www.bregenzerwald.at Umgang Bregenzerwald.